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Pflege für die Haut im Winter

Lächelnde Frau mit Mütze Schal und Handschuhen möchte Schneeflocken auffangen

Image designed by freepik/ Bristekjegor

In der kalten und feuchten Jahreszeit ist die Haut und hier vor allem die Gesichtshaut Wind und Wetter meist schutzlos ausgeliefert. Kein Wunder, dass sie dann zu Trockenheit neigt und gereizt reagiert. Die richtige Pflege ist nun besonders wichtig.

Die Haut ist robust genug, Angriffe von außen abzuwehren – gleichzeitig so sensibel, um die innersten Empfindungen zu verraten. Das Multitalent Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und Sinnesorgan, Schutzhülle, Warnsystem, erogene Zone und Seelenspiegel in einem.

Die Haut ist etwa 1,5 bis 2 Quadratmeter groß und wiegt rund vier Kilogramm. Sie setzt sich aus drei Schichten zusammen, der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Korium) und der Unterhaut (Subkutis). In der Oberhaut wird unter anderem der Farbstoff Melanin gebildet, welcher tiefere Hautschichten vor der gefährlichen UV-Strahlung bewahrt.

Die Haut besitzt ihr eigenes Immunsystem, das vor Viren, Bakterien und Umweltschmutz schützt. Außerdem schirmt sie die inneren Organe vor mechanischen Verletzungen und Infektionen ab. Durch ihre Barrierefunktion verhindert die Haut, dass der Körper, der zu etwa 70 Prozent aus Wasser besteht, rund 20 Liter davon am Tag verliert. Gleichzeitig ist die Haut Speicherort für Nährstoffe, die für den Knochenbau lebenswichtig sind, z.B. Vitamin-D-Vorstufen.

Sensibles Organ

Mindestens jeder zweite erwachsene Mensch in Europa hat eine Problemhaut. Darunter werden unter anderem Altershaut, trockene Haut sowie sonnengestresste Haut verstanden. Dabei ist trockene Haut das am weitesten verbreitete Hautübel überhaupt.

Besonders der Winter bedeutet Stress für die Haut, da sie einer Vielzahl ungünstiger Einflüsse ausgesetzt ist: Wind, Kälte, Nässe, Schnee – und dazu dann eine sehr trockene Luft in den vielfach überheizten Wohnungen.

Die typische Winterhaut verliert an Frische, Feuchtigkeit und Elastizität. Wind und Kälte sind eine Kombination, die die Haut wirklich gefrieren lässt, da sie den Stoffwechsel der Haut auf ein Minimum drosseln, was wiederum eine Mangeldurchblutung bewirkt. Die Folge ist, dass in der Epidermis weniger Talg produziert wird – und gerade diesen Stoff benötigt die Haut dringend bei diesem Wetter, damit sie ausreichend mit Fett versorgt wird.

Bereits bei Temperaturen unter 8 °C verliert die empfindliche Gesichtshaut an Elastizität und Glätte. Austrocknung, Spannungsgefühl und eine erhöhte Reizempfindlichkeit sind häufig das Ergebnis eines winterlichen Kältestresses für die Haut.

Baden in Maßen

Winterzeit ist auch Badezeit. Doch man sollte dies – insbesondere bei trockener Haut – nicht häufiger als einmal in der Woche tun. Je heißer das Wasser ist, desto stärker trocknet es zudem die Haut aus. Aus diesem Grund sollte das Badewasser höchstens 35 °C warm sein. Außerdem sollte man nicht stundenlang in der Wanne sitzen und die Haut zum Weichen bringen, sondern das Bad auf höchstens 20 Minuten beschränken.

Badezusätze machen das Wasser weicher und schützen die Haut zusätzlich vor dem Austrocknen. Weil aber die meisten Menschen Schaumberge in ihrem Bad lieben, werden vielen Badeprodukten Schaumbildner zugesetzt, die eine geringe Reinigungswirkung haben und auch nicht immer gut zur Haut sind.

Empfehlenswert im Winter sind Dampfbäder mit Kräuterzusätzen wie Kamille oder Salbei. Besonders das Gesicht freut sich über den warmen Kräutersud, da er durchblutungsfördernd wirkt. Allerdings nur, wenn das Gesicht für höchstens zehn Minuten über die Dämpfe gehalten wird, da sich ansonsten die Wirkung ins Gegenteil verkehrt und die Haut austrocknet.

Eine Art Dampfbad kann man auch der trockenen Raumluft verpassen. Damit diese etwas mehr Feuchtigkeit bekommt, bietet es sich an, kleine Schalen mit Wasser auf die Heizkörper zu stellen. Ein Luftbefeuchter hat eine ähnliche Wirkung. Zusätzlich können noch ätherische Öle die Raumluft mit wohligen Düften verbessern.

Extraportion Pflege

Auch trockene, fettarme Winterhaut will von Hautdrüsensekreten, Hornzellen, Schmutz sowie von Resten kosmetischer Produkte befreit sein. Ihre durch einen Mangel an Fett und Feuchtigkeit schon ziemlich aufgeraute Oberfläche muss jedoch sehr vorsichtig behandelt werden.

Ungeeignete Reinigungsprodukte verändern den pH-Wert und haben negative Auswirkungen auf den Hydrolipidfilm. Deshalb sollten Seifen, selbst wenn sie mit Rückfettern versetzt sind, nicht verwendet werden. Es bieten sich Reinigungsmilch und Reinigungscremes an, die einen hohen Anteil an Fett- und Feuchthaltefaktoren besitzen.

Optimale Pflegepräparate fetten und befeuchten die Haut, ohne einen störenden Fettfilm zu hinterlassen. Diese Bedingungen werden am ehesten von lipidreichen Emulsionen mit Zusätzen von feuchtigkeitsbindenden Stoffen wie Harnstoff erfüllt.

Nachtkerzenöl kann mit seinem hohen Gehalt an Linolsäure und Gamma-Linolensäure den Mangel an essenziellen Fettsäuren in der trockenen Haut positiv beeinflussen. Auch Vitamin E und Dexpanthenol sind Stoffe, die in der Winterpflege nicht fehlen sollten.

Gut für die trockene Winterhaut sind auch Creme-Packungen oder Masken. Die Haut kann sich so richtig mit Fett und Feuchtigkeit voll saugen – vor allem Hals und Dekolleté freuen sich über diese Behandlung, da sie durch Schals und Rollkragen zumeist strapaziert werden.

Die Lippen gehören zu den Hinguckern im Gesicht und sollten vor allem im Winter gepflegt werden, da sie sehr schnell austrocknen und extrem auf äußere Einflüsse reagieren. Da die Hornschicht sehr dünn ist und trockene Lippen feine Risse und Spalten bekommen, können Fremdstoffe schnell in die zarte Haut eindringen und zu Reizungen sowie Irritationen führen.

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